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Adass Jisroel
08. November 2016

Zum 9. November

Damals.

Die „Kristallnacht“, wie dieses staatlich organisierte Pogrom verharmlosend bezeichnet wurde, war Horror pur: Synagogen angezündet und zerstört, heilige Bücher verbrannt und geschändet, Ladengeschäfte und Büros verwüstet und geplündert, Privatwohnungen aufgebrochen und ausgeraubt, Menschen überfallen und verschleppt, Menschen verletzt, Menschen ermordet. Alles hier geschehen, im Zentrum Europas, in der Mitte von Zivilisation und Moderne, in der Hauptstadt des deutschen Reiches, vor den Augen vieler. Die, die es sahen, haben in ihrer Mehrheit weggeschaut und geschwiegen. Schrecken wurde verbreitet. Auch der Vorstand unserer Gemeinde Adass Jisroel wurde in dieser Nacht von der SA im KZ Sachsenhausen eingesperrt, dort gequält, einige von ihnen sind  nicht mehr lebend herausgekommen. Die Synagogen, die Schulen, das Krankenheim und alle Einrichtungen der Gemeinde – nach dem 9. November 1938 war nichts mehr wie zuvor. Das Ende ist bekannt.

 

Heute.

Wir trauern und erinnern getreu dem Imperativ Sachor – lo tischkach: Gedenke – vergiss nicht! Unsere Antwort ist Wiederaufbau, Entwicklung, Stärkung des jüdischen Lebens verbunden mit der Hoffnung, dass „besorgte Bürger“ sich heute nicht wieder für die Ausgrenzung des Anderen sondern sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen mögen.

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