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Adass Jisroel
01. September 2010

Mission Freundschaft: BZ berichtet über Friedhofspflege durch Bundeswehrsoldaten

Unter dem Titel "Mission Freundschaft" berichtet die BZ (24. Juli 2010, S. 14) über die ehrenamtlich Friedhofspflege durch Soldaten der Bundeswehr.

 

"In Weißensee pflegen Soldaten der Bundeswehr ehrenamtlich den jüdischen Friedhof.

Wer arbeitet, muss auch gut essen. Bei der Bundeswehr weiß man, wie wichtig eine gute Versorgung für die Einsatzbereitschaft ist. Selbst ihre Feldkantinen in Afghanistan bestückt die deutsche Armee deshalb per Luftfracht mit deutschen Lebensmitteln.

Bei ihrem letzten Auftrag mussten sich Berliner und Brandenburger Soldaten jedoch auf Fremdverpflegung verlassen. Dabei führte der nicht ins Ausland, sondern um die Ecke, auf den Friedhof der Israelitischen Synagogengemeinde in Weißensee. „Da hätten wir zwar Pausenbrote mitbringen dürfen“, erinnert sich Feldjäger Andreas Neumann (24) aus Storkow, „aber die hätten koscher zubereitet sein müssen.“ Andere Speisen sind auf dem 1880 gegründeten Friedhof nicht erlaubt.

Organisiert vom Reservistenverband und der Deutschen Kriegsgräberfürsorge kümmerten sich 25 Soldaten und Reservisten freiwillig zwei Wochen lang um die Instandhaltung und Pflege der Wege und 3100 Gräber des Friedhofs. „Im Vordergrund standen dabei Pflegearbeiten“, sagt Hauptfeldwebel Thomas Friedrich, der den Ehrenamtseinsatz in Uniform koordiniert hat, „wir haben Bäume beschnitten, Unkraut ausgerissen.“ Aber auch umgefallene Grabsteine wieder aufgerichtet.

Ein Einsatz der Versöhnung

Seit 1986 finden Ehrenamtseinsätze auf dem Friedhofsgelände statt, damals bot er ein Bild der Verwüstung: 2200 Grabsteine waren zerstört, 200 gestohlen. Nicht nur in den Jahren des Nazi-Regimes, vor allem zu DDR-Zeiten wurden die Grabstätten geschändet. Die Arbeit der Soldaten ist auch ein Einsatz der Versöhnung: „Auf dem Gemeinde-Friedhof befinden sich zahlreiche Gräber der Opfer von Krieg und Gewalt“, sagt der Vorsitzende der Israelitischen Synagogen-Gemeinde, Rabbiner Gedalia Schreiber, „wir sind den Soldaten deshalb sehr dankbar. Die Bundeswehr zeigt damit, dass nicht nur würdevolle Worte da sind, sondern auch die Taten folgen und sichtbar werden.“

Und auch wenn sie ihre eigenen Stullen zu Hause lassen mussten, wurden die Helfer in Flecktarn natürlich bestens verpflegt. „Von der Gemeinde gab es Pizza, Senfeier, Brote und Gemüse. Alles koscher und sehr lecker“, erinnert sich Andreas Neumann. Übrigens: Die Gemeinde ist immer auf der Suche nach Helfern für die Pflege des Geländes. Kontakt: Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel), Tucholskystr. 40, 10117 Berlin, Tel: (030) 2813135".

 

Auf der Homepage der BZ kann man sich Bilder des Bundeswehreinsatzes ansehen. Mit freundlicher Genehmigung der B.Z. Ullstein GmbH, Redaktion Berliner Helden

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