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Adass Jisroel
28. Februar 2010

Gedenkveranstaltung Fabrik-Aktion 1943 - Frauenprotest Rosenstraße

Am Freitag, 26. Februar 2010 / 12. Adar I 5770 luden gemeinsam die Jüdische Gemeinde zu Berlin, K.d.ö.R., die Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin, K.d.ö.R., und das Bezirksamt Mitte von Berlin zu einem Gedenken für die mutigen Frauen und Kinder der Rosenstraße ein.


Zwischen dem 27. und 28. Februar 1943 wurden in nur wenigen Stunden die letzten der meist bereits zu Zwangsarbeit in Berlin und im gesamten Nazireich verpflichteten Jüdinnen und Juden aus den Fabriken geholt, sie wurden aus Wohnungen einbestellt und von den Straßen verschleppt.
Das Jüdische Altersheim in der Großen Hamburger Straße in Berlins Mitte war zu einer Sammelstelle umfunktioniert worden. Von hier aus wurden Tausende Menschen in die Konzentration- und Vernichtungslager deportiert. Das Ziel der Nazis war es, wie erklärt, Berlin „judenrein“ zu machen; etwa 4000 Jüdinnen und Juden sollen der Aktion durch Flucht entkommen sein. Sie versteckten sich, sie wurden versteckt, manche gingen in den Untergrund, andere wurden später gefasst, inhaftiert, deportiert, ermordet.

Am 27. Februar begann die große Inhaftierungsaktion. Alle wurden aus den Fabriken und sonstigen Arbeitsstellen, wo sie Sklavenarbeit verrichteten, abgeholt und in die Rosenstraße gebracht. Unmittelbar nach dem Beginn dieser „Fabrik-Aktion" versammelten sich nichtjüdische Ehefrauen und manchmal ihre Kinder in der  Rosenstraße Ecke Heidereuthergasse vor dem Verwaltungsgebäude der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, das zu einem Nazi-Gefängnis umfunktioniert war und forderten tagelang das Ende der Inhaftierung ihrer Männer, Söhne und Väter. Es war ein stiller, hartnäckiger, ein unbeirrbarer Akt von Widerstand. Aus außen- und innenpolitischen Gründen gab der deutsche Staat in diesem Fall dem Druck unerwartet nach. Es war die Woche vom Samstag, 27. Februar bis zum Samstag, 6. März 1943. Ein Teil der Männer wurde freigelassen.

 

Der Kampf dieser mutigen Frauen und Kinder bleibt unvergessen.

 

Die Gedenkveranstaltung begann am Gedenkstein in der Großen Hamburger Straße mit einem Psalm (Perek Tehilim), vorgetragen von Herrn Rabbiner Itzhak Ehrenberg shelita, Kantor Shefer trug den Kel Malé Rahamim vor und Rabbiner Ehrenberg sagte Kadisch Jatom. Anschließend fand ein gemeinsamer Gang in die Rosenstraße statt. Dort hielten Ansprachen: Herr Dr. Hanke (BzBm BzA Mitte von Berlin), Frau Süsskind (JGzB) und Herr Dr. Offenberg (lsrSynAJ). Der Chor der Jüdischen Oberschule Berlin rundete in melodischer und bewegender Weise die  Gedenkveranstaltung ab.

Pressemitteilung: "Fabrik-Aktion" 1943, Gedenkveranstaltung Frauenprotest RosenstraßePressemitteilung: "Fabrik-Aktion" 1943, Gedenkveranstaltung Frauenprotest Rosenstraße

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