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Adass Jisroel
18. Dezember 2018

18. Dezember - an einem Tag wie heute vor 79 Jahren

An einem Tag wie heute vor 79 Jahren. Am 18. Dezember 1939 wurde die Gemeinde Adass Jisroel durch eine amtliche Verfügung, Aktenzeichen S-IV (II Rz) 520/39 – 590 –, von der deutschen Behörde Chef der Sicherheitspolizei und des SD, Prinz-Albrecht-Straße 8,  aufgelöst und verboten. Übrigens war die Verbotsverfügung von Kurt Lischka unterzeichnet, ein deutscher Richter der für die Deportation  von mindestens 73.000 Juden über das Durchgangslager Drancy  nach Auschwitz sowie für die Erschießungen von insgesamt 29.000 französischer Geiseln  mitverantwortlich war. In der Bundesrepublik saß er 5 Jahre in Haft. Die  Auflösung des mit der Adass Jisroel verbundenen und im Gemeindehaus Artilleriestraße 31 befindlichen Rabbiner-Seminar zu Berlin folgte 4 Monate später, am 10. April 1940. Das war das Ende.

 

Es folgte der Anfang. An einem Tag wie heute vor 29 Jahren. Am 18. Dezember 1989, dem 50. Jahrestag der NS-Auflösungsverfügung mit der die Gemeinde juristisch zerschlagen worden war,  verkündete die erste DDR-Regierung nach der Wende die Wiedereinsetzung der Israelitischen Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin in ihre in der NS-Zeit entzogenen Rechten. Der Wiederaufbau der Gemeinde setzte ein. Ein Tag der Freude. Nicht für alle. Der Berliner Senat wollte sich nicht damit abfinden, dass diese einst verfolgte und dezimierte jüdische Gemeinde ihren historischen Status wieder erhält.  Gerichte mussten bemüht werden, bis  im Oktober 1997 das Bundesverwaltungsgericht, eines Votums des Bundesanwalts folgend, den Berliner Senat eines besseren belehrte  und den ursprünglichen juristischen Status der Adass Jisroel, als vorkonstitutionell anerkannte altkorporierte Religionskörperschaft - Körperschaft des öffentlichen Rechts -, höchstrichterlich bestätigte. Damit wurde die Israelitische Synagogen-Gemeinde (Adass Jisroel) zu Berlin zu der einzigen in Deutschland heute noch existierenden jüdischen Gemeinde, deren ursprünglichen Rechtstitel aus dem 19. Jahrhundert weiterhin gilt: Identität und Kontinuität zwischen der heutigen Gemeinde und der Gemeinde von 1869 sind bei Adass Jisroel verbrieft.

 

Die Adass Jisroel ist nach wie vor der Pflege des gesetzestreuen Judentums, der Stärkung jüdischen Lebens in Berlin, der Pflege der Bande zum Lande Israel verpflichtet.

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